{"id":1398,"date":"2019-06-26T11:34:30","date_gmt":"2019-06-26T09:34:30","guid":{"rendered":"http:\/\/fg.bsg.tu-berlin.de\/?p=1398"},"modified":"2020-04-09T12:29:34","modified_gmt":"2020-04-09T10:29:34","slug":"ausstellungsankuendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fg.bsg.tu-berlin.de\/en\/ausstellungsankuendigung\/","title":{"rendered":"Ausstellung: Die humanistischen Grundlagen der modernen Architektur"},"content":{"rendered":"<h2>Die humanistischen Grundlagen der modernen Architektur<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Ausstellung, Ergebnis der zweiten Geschichtswerkstatt im Wintersemester 2018\/2019, besch\u00e4ftigt sich mit den humanistischen Grundlagen der modernen Architektur und wie diese am Institut f\u00fcr Architektur bzw. seinen Vorl\u00e4ufern verstanden wurden. Humanismus wird dabei in der Traditionslinie der Renaissance verstanden und bezeichnet ein auf das Bildungsideal der griechisch-r\u00f6mischen Antike gegr\u00fcndetes Denken und Handeln, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Begriff \u201ehumanistische Bildung\u201c ist eng mit dem Namen Wilhelms von Humboldt verbunden. Er gr\u00fcndete die Berliner Universit\u00e4t, die heute seinen Namen tr\u00e4gt, und initiierte um 1800 eine Schulreform. Das humanistische Bildungsideal hat nicht die Erziehung eines brauchbaren B\u00fcrgers zum Ziel. Vielmehr geht es darum, auf der Grundlage individueller Bildung kritische und ihrer selbst bewusste Menschen hervorzubringen. Die W\u00fcrde des Menschen und seine Erziehung zur Freiheit stehen im Mittelpunkt. Der Weg dahin f\u00fchrt \u00fcber eine kritische Auseinandersetzung mit Kultur und Geschichte. Die Antike ist dabei ein wichtiger Bezugspunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Ausstellung untersucht die moderne Architektur nicht als revolution\u00e4ren Neuanfang sondern in ihren evolution\u00e4ren Prinzipien. Daher stehen drei Personen im Mittelpunkt, die in intensiver und individueller Auseinandersetzung mit der historischen Baukultur vielschichtige Werke geschaffen haben und gro\u00dfen Respekt vor unterschiedlichen Entwurfsl\u00f6sungen hatten. Die Ausstellung behandelt Karl Friedrich Schinkel (Fachgebiet Architekturtheorie, Prof. Gleiter), Robert Koldewey (Fachgebiet Historische Bauforschung und Baudenkmalpflege, Prof. Schulz-Brize) und Hans Poelzig (Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte, Prof. Schlimme). Alle drei Protagonisten stehen f\u00fcr eine umfassende, moderne und gleichzeitig dem Humanismus verpflichtete Herangehensweise an Architektur in Lehre, Wissenschaft und Praxis.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) war Professor an der Berliner Bauakademie und damit an der Vorl\u00e4uferinstitution der TU Berlin. Fragen des Materials und der Konstruktion bestimmten beim sp\u00e4ten Schinkel das Verst\u00e4ndnis der Antiken Baukultur. Aus Material und Konstruktion gelte es, \u201ceinen reinen Styl im allgemeinen zu erdenken, der dem Besten was in jedem anderen geleistet ist nicht widerspricht.\u201c Das zeigt einen ebenso modernen wie dem tiefen Verst\u00e4ndnis der historischen Baukultur entspringenden Ansatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Robert Koldewey (1855-1925) war Arch\u00e4ologe und Begr\u00fcnder der Arch\u00e4ologischen Bauforschung, einer der wesentlichen Methoden f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung mit dem historischen Bauwesen an heutigen Architekturfakult\u00e4ten. Koldewey befragte die Geschichte und vergegenw\u00e4rtigte das Historische im Sinne modernster wissenschaftlicher Museumspr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hans Poelzig (1869-1936) war Professor an der TH Charlottenburg. Er entwickelte aus einem tiefen Verst\u00e4ndnis der historischen Baukultur heraus bestehende Baucharaktere im Sinne seiner Zeit weiter und generierte aus den neuen Konstruktionsweisen und Bauaufgaben seiner Epoche wie Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern oder Industriebauten neue spezifische Geb\u00e4udecharaktere.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr Schinkel, Koldewey und Poelzig waren die Auseinandersetzung mit Kultur und Geschichte sowie ein humanistisches Grundverst\u00e4ndnis Schl\u00fcssel f\u00fcr ein reiches und konzeptionell klares Schaffen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p>[1] Karl Friedrich Schinkel, Das Architektonische Lehrbuch, hg. v. Goerd Peschken, Berlin\/M\u00fcnchen 1979, 146.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die humanistischen Grundlagen der modernen Architektur &nbsp; Die Ausstellung, Ergebnis der zweiten Geschichtswerkstatt im Wintersemester 2018\/2019, besch\u00e4ftigt sich mit den humanistischen Grundlagen der modernen Architektur und wie diese am Institut f\u00fcr Architektur bzw. seinen Vorl\u00e4ufern verstanden wurden. 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